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Was ist NLP

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NLP ist eines der effektivsten Modelle für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung und wird erfolgreich von Coaches, Therapeuten, Verkäufern, Lehrern, Managern, Politikern, Trainern usw. eingesetzt. NLP ist also genau dort relevant, wo Menschen aufeinandertreffen und kommunizieren bzw. wo persönliche Bestleistungen abgerufen werden müssen.

Und auch wenn die Techniken oftmals nicht als NLP bezeichnet werden, kommt kaum ein Kommunikations- oder Coachingseminar ohne den Einsatz von NLP aus. In diesem Artikel soll Verständnis dafür geschaffen werden, was NLP ist und wie man es einsetzen kann. Dafür ist der Artikel in mehrere Bereiche eingeteilt, diese reichen von der Wortbedeutung und Entstehung des NLP über die Einsatzmöglichkeiten bis hin zu den Axiomen (Grundannahmen).

Wortbedeutung

Der Begriff NLP setzt sich aus drei Begriffen zusammen, nämlich Neuro-Linguistisches Programmieren.

Neuro: Kommt aus dem altgriechischen Neuron und bedeutet „Nerv“. Nerven sind im Körper unter anderem für den Informationsfluss verantwortlich, was darauf hindeuten könnte, dass sich NLP damit beschäftigt, wie Informationen im Körper verarbeitet werden. Sieht man den Begriff etwas allgemeiner, kann damit Gehirn oder auch Gedanken gemeint sein. Somit kann daraus geschlossen werden, dass es im NLP um Denkvorgänge und Prozesse sowie um die subjektive Verarbeitung dieser Gedanken geht.

Linguistik: Das Wort Linguistik stammt vom lateinischen „lingua“, Zunge oder Sprache ab. Linguistik beschreibt also die Lehre der Sprache und soll die Wichtigkeit von Kommunikation in diesem Modell beschreiben. Dabei ist nicht nur Kommunikation mit anderen Menschen gemeint, sondern auch die Art und Weise, wie wir mit uns selbst tagtäglich sprechen.

Programmieren: Die Bedeutung liegt wiederum im altgriechischen „prógramma“ und bezeichnet eine öffentlich und schriftlich bekanntgemachte Nachricht, was auf den Umstand hindeuten könnte, dass die beiden Gründer unbewusste Prozesse verschriftlicht haben und öffentlich zugänglich machten. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Wort aus der Computersprache stammt und bedeuten soll, dass es für unterschiedliche Maschinen unterschiedliche Programmiersprachen gibt, und so, wie auch bei Menschen, mit der richtigen Sprache Programme installiert werden können, die gewissen Funktionen erfüllen.

Zusammengefasst kann also gesagt werden, dass NLP bedeutet, Gedanken (Neuro) durch Sprache (Linguistik) zu beeinflussen (programmieren). Hierbei soll nochmals angemerkt werden, dass es sich dabei um einen sehr komplexen Prozess handelt, weil jeder Mensch individuell Informationen anders aufnimmt, verarbeitet und auch wieder an die Umwelt zurückspielt. NLP versucht also, auf jeden Menschen individuell einzugehen, sich ständig zu adaptieren und auf Gegebenheiten zu reagieren.

Vielleicht ist es deshalb ein so exzellentes Kommunikations- und Veränderungsmodell. Um etwas mehr über die Funktionsweise verstehen zu können, soll an dieser Stelle ein kurzer geschichtlicher Rückblick über die Entstehung erfolgen.

Entstehung

Es war im Jahre 1971 im sonnigen Kalifornien, als ein junger, 21-jähriger Student der Mathematik und Psychologie seine Affinität für die therapeutischen Interventionen des Gestalttherapeuten Fritz Perls entdeckte. Diese zogen ihn derart in seinen Bann, dass der junge Mann, Richard Bandler, sogar eigene Therapieabende an der University of California in Santa Cruz veranstaltete. Schon bald kamen weitere Einflüsse wie jene der systemischen Familientherapeutin Virginia Satir hinzu. Diese Therapiesitzungen waren überaus erfolgreich, weshalb Bandler bald nachgesagt wurde, bessere Erfolge als seine beiden Vorbilder zu erzielen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Bandler kein kognitives Wissen über die Methoden, die er einsetzte. Er eignete sich seine therapeutischen Fähigkeiten alleine durch Abschauen und Nachmachen, im NLP auch Modelling genannt, an. Dies wurde ihm erst bewusst, als er sein Wissen an andere Mitglieder weitergeben wollte, er jedoch sein Wissen nicht explizit machen konnte. Aus diesem Grunde fragte er den Linguistik-Professor John Grinder, ob er ihm helfen könne, seine Sprachmuster, welche er von den beiden Therapeuten Fritz Perls und Virginia Satir modellierte, zu elizitieren und explizit zu machen.

Grinder verneinte zu Beginn, aufgrund der Hartnäckigkeit Bandlers begleitete er ihn schließlich doch zu einer seiner Sitzungen und war ab dann in seinen Bann gezogen. Auch ihn faszinierte die Herangehensweise und Exzellenz, und er begann Bandler zu modellieren. Erst als er schließlich imstande war, selbst dieselben Ergebnisse mit den Klienten zu produzieren, begannen die beiden hinter die Sprachmuster zu blicken, ein Prozess, der bis dahin bereits über Monate andauerte.

Gemeinsam entwickelten sie das erste Sprachmodell im NLP, das Meta-Modell, welches aus einem Set an präzisen Fragen besteht, die es dem Therapeuten immer mehr erlauben, in die Tiefen der Psyche der Klienten zu graben. Das Meta-Modell wurde 1975 in Co-Autorenschaft von Bandler und Grinder veröffentlicht und gilt heute als erstes NLP-Modell. Später kamen noch durch die Modellierung des Hypnotherapeuten Milton H. Erickson weitere Sprachmuster hinzu, wenngleich sich der Fokus später immer mehr von verbaler auf nonverbale Kommunikation verlagerte. Zusammengefasst kann also gesagt werden, dass die Wurzeln von NLP in folgenden drei Therapieschulen liegen:

  • Gestalttherapie nach Fritz Perls
  • Systemische Familientherapie nach Virginia Satir
  • Hypnosetherapie nach Milton Erickson

Es wurden also im Prinzip die besten Methoden aus alles Schulen genommen und zu einem neuen Modell zusammengeführt. Somit kann NLP als eine Sammlung von überaus effektiven Techniken aus den unterschiedlichsten Quellen verstanden werden. Aufgrund dieser Wurzeln sollte der Schluss naheliegen, warum NLP ein derart effektives (Selbst-)Coaching-Werkzeug ist und bereits Millionen von Menschen geholfen hat, immerhin stammen die Techniken ursprünglich aus der Therapie.

Gleichzeitig ist es aber eine der besten Kommunikationstechniken der heutigen Zeit. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass NLP davon ausgeht, dass jeder Mensch anders ist und deshalb auch mit jedem anders umgegangen werden muss. Dieser flexible Zugang macht NLP wirkungsvoll, und dass diese Erkenntnisse aus der Therapie stammen, ist ebenso wenig verwunderlich.

Immerhin ist in kaum einer anderen Disziplin die Beziehung zwischen zwei Menschen so entscheidend zwischen Erfolg und Misserfolg. NLP hilft also, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, Informationen so aufzubereiten, dass jeder sie verarbeiten und in seiner Welt erleben kann. Und das ist schließlich nicht nur in der Therapie, sondern auch im Coaching, Training, Verkauf, Politik etc. von großer Bedeutung.

Trotz der tiefen Verwurzelung in der Therapie liegt der Grundgedanke im Neuro-Linguistischen Programmieren nicht darin begraben. Es war schlichtweg Zufall, dass es gerade Therapeuten waren, die als Modellingprojekte genutzt wurden. Ähnliche Erkenntnisse hätte man aus vielen anderen Bereichen ziehen können.

Modelling, the Mother of all Skillsets

Fragt man John Grinder, was NLP eigentlich bedeutet, so wird man von ihm oft dieselbe Antwort bekommen, nämlich dass NLP im Prinzip nur Modellierung von Exzellenz ist. Es geht darum, das beste, egal in welcher Disziplin, zu finden, sich selbst die gewünschten Fähigkeiten anzueignen und bei Bedarf an andere weiterzugeben.

Wir haben in den letzten Jahren sehr viele intensive Gespräche mit John Grinder geführt, und dabei wird ersichtlich, dass natürlich NLP ein wichtiger Bereich in seinem Leben ist, aber bei weitem nicht alles. Neben NLP spricht er 9 Sprachen fließend, klettert mit seinen 77 Jahren steile Felswände und gefrorene Wasserfälle hoch, ist Pferdeflüsterer und ausgebildet im Nahkampf. Das war nur ein kleiner Auszug aus dem breiten Fundus. Wie er sich alle diese Fähigkeiten zur Perfektion aneignen konnte, hängt sehr stark mit dem Grundgedanken im NLP zusammen.

Er suchte sich die Besten in dem Bereich, den er lernen wollte, und machte einfach nach, was sie taten. Genauso wie damals Perls, Satir und Erickson zu den Besten gehörten, suchte er sich in vielen Bereich die Besten und modellierte. Die Herangehensweise ist dabei eine, die wir über die Jahre verlernt haben, nämlich eine sehr explorative, kindliche, ohne kognitives Wissen. Sie funktioniert über Imitation anstelle von kognitivem Lernen und erinnert an die Art und Weise, wie Kinder lernen.

Im Prinzip ist das auch logisch, denn heutzutage ist erwiesen, dass man Sprachen am besten lernt, wenn man sich in den Kontext begibt und einfach macht anstatt aus Büchern die Grammatik lernt. So verhält es sich bei vielen Dingen. Das Wissen alleine verschafft uns keine praktischen Fähigkeiten. Erst durch das Tun erfolgt ein unbewusster Lernprozess, der uns vollen Zugang zu unseren Ressourcen gewährt. Leider lernen wir seit unserer Kindheit, dass Wissen hauptsächlich aus Büchern stammt. Aus diesem Grund bekommen wir Bücher in die Hand gedrückt, die alles für uns erledigen sollen. Diese Praxis reicht von der Volksschule über Hauptschule und Gymnasium bis hin zu den Universitäten.

Auch in unserem späteren Leben folgen wir dieser Strategie, obwohl diese erwiesenermaßen nicht effizient ist. NLP geht davon aus, dass wir uns von jeglichem expliziten Wissen fernhalten sollten, solange wir das Verhalten nicht unbewusst replizieren können. Es stellt sozusagen genau den umgekehrten Prozess von dem dar, was wir in unserem Kulturkreis lernen.

John Grinder definiert den Modellingprozess wie folgt:

1. Find a genious: Der erste Schritt ist also recht simpel. Es gibt in jedem Bereich zahlreiche Experten. NLP hat den Ansatz, die Besten in ihrem Bereich zu finden.

2. Unconscious Assimilation: Dieser Prozess wurde oben bereits ausführlicher beschrieben. Es geht hierbei darum, vor jeglichem kognitivem Wissen über einen Bereich wie ein ungeschriebenes Blatt Papier an die Sache ranzugehen und eigene Erfahrungen zu machen.

3. Practice in similar context: Haben wir lange genug abgeschaut und nachgemacht, üben wir in einem verwandten Kontext. Das heißt, wollen wir z. B. Klettern lernen, würden wir nach Schritt 2 auf eine Wand steigen und testen, ob wir bereits gelernt haben. Es ist ersichtlich, dass die Schritte 2 und 3 in einem Kreislauf des ständigen Testens, Übens und Abschauens stattfinden.

4. Coding: Erst nachdem wir die Tätigkeit gleich gut oder besser als unser Modell ausführen können, sollten wir uns überlegen, wie wir das gemacht haben. Also eine explizite Herangehensweise zu definieren. Erst an diesem Punkt wird der Vorgang bewusst gemacht.

5. Testing and passing on: Haben wir einen Code entwickelt, können wir diesen Code wieder im Kontext testen und bei Erfolg anderen Menschen weitergeben. So funktioniert Evolution. Natürlich muss nicht jeder alles von vorne lernen, sondern kann Abkürzungen nehmen und Lernerfahrungen von anderen nutzen.

Schaut man sich nun die oben beschriebene Entwicklung des Meta-Modells an, finden wir exakt diesen Prozess wieder. Und genauso entstanden auch das Milton-Modell und viele andere Modelle und Patterns im NLP.

In diesem Video erklärt John Grinder selbst diesen Vorgang in einem seiner Seminare:

Dass NLP also aus der Therapie ist, ist im Grunde genommen für den Grundgedanken unerheblich. Genauso gut hätten die beiden die besten Verkäufer oder Sportler modellieren können und wären wahrscheinlich auf ähnliche Muster gekommen. NLP ist menschlich, weil es menschliche Verhaltensmuster explizit macht, Muster, die immer schon da waren, nur vorher niemand erkannt hat.

NLP ist sozusagen die Gebrauchsanleitung für unser Gehirn und eine Kommunikations- und Beziehungsanleitung für unser Zusammenleben.

Einsatzmöglichkeiten

Genau aus dem oben genannten Grund ist NLP auch so universell einsetzbar. Weil es eben auf jeden Menschen individuell eingeht und keine allgemeinen Aussagen trifft. Im Folgenden sollen ein paar Beispiele gegeben werden, wie NLP in unterschiedlichem Kontext Anwendung findet.

Selbstcoaching und Persönlichkeitsentwicklung: Versteht man NLP als Gebrauchsanleitung für unser Gehirn, können wir es nutzen, um uns selbst besser kennenzulernen und die eigenen Verhaltensmuster zu nutzen. Wenn wir wissen, was dafür verantwortlich ist, dass wir jede Diät abbrechen, können wir unser Verhalten und unbewusstes Muster ändern und erfolgreich abnehmen.
Wenn wir immer wieder aufgeben und nie die Motivation finden, Dinge durchzuziehen, können wir NLP nutzen, um uns zu motivieren und hindernde Glaubenssätze zu identifizieren und gegen fördernde zu ersetzen. Auf diese Weise hilft uns NLP, uns selbst zu Bestleistungen zu motivieren und ständig zu wachsen.

Lehre: Verstehen wir die Menschen, denen wir Wissen vermitteln wollen, können wir das Wissen genau so aufbereiten, dass jeder es versteht. Es gibt keine dummen Menschen, sondern nur ineffektive Herangehensweisen. Außerdem können wir durch NLP unsere Inhalte lebendiger gestalten und so Spaß und Interesse wecken.

Führung: Verstehen wir unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, können wir die richtigen Anreize für Motivation setzen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit, denn oftmals werden falsche Incentives gesetzt, die wenig nur Auswirkung haben, aber viel kosten.
Außerdem wird die Beziehung und Kommunikation verbessert, was dazu führt, dass weniger Missverständnisse auftreten und ein besseres Verständnis für die Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besteht.

Coaching und Therapie: NLP-Methoden finden sich in so gut wie jeder Coaching- und Therapieschule. Seien es die gezielten Fragetechniken, um die Anliegen der Klienten und Klientinnen zu spezifizieren und Ziele zu definieren, oder die Möglichkeiten der Beziehungsbildung. Außerdem bietet NLP eine Vielzahl an expliziten Modellen für die Bearbeitung verschiedener Themen wie z. B. Ängste, hindernde Glaubenssätze, unerwünschte Verhaltensweisen (Rauchen, zu viel essen, Nägelkauen etc.), Vergangenheitsbewältigung. Im Grunde genommen ist NLP für jeden Coach und Therapeuten ein hilfreiches Werkzeug, wenngleich auch anzumerken ist, dass nicht jeder NLP-Anwender automatisch Coach oder Therapeut ist. Eine Unterscheidung, die leider viele Anwender, aber auch Außenstehende nicht als solche verstehen.

Verkauf: Gerade im Verkauf geht es darum, Informationen über die Kundschaft zu sammeln und gezielte Angebote zu präsentieren. Hierfür bietet NLP eine Vielzahl an Methoden und Sprachmodellen, um eine gute Verbindung zum Kunden aufzubauen, einen vertrauensvollen Umgang zu schaffen und die Produkte genauso anzubieten, dass sie von Kunden einerseits verstanden werden, andererseits auch eine emotionale Ebene befriedigen. Ich kenne viele gute Verkäufer, und so gut wie alle machen NLP, auch wenn sie es oft selbst nicht wissen.

Marketing: Marketing bedeutet in gewisser Weise auch, Produkte und Dienstleistungen so in Szene zu setzen, dass sie Menschen auf emotionaler Ebene erreichen. Wissen wir, wie Menschen funktionieren und welche Muster dahinterstecken, können wir genau das ansprechen und somit besser zu den potenziellen Kunden und Kundinnen durchdringen. Aus diesem Grund ist auch das Marketing ein Spielfeld für NLP.

Sport: Weniger um den kommunikativen Aspekt und mehr um den persönlichen geht es im Bereich des Sports. NLP hilft so, unbewusste Barrieren zu überwinden, Motivation in schwierigen Perioden zu schaffen und Spitzenleistungen von anderen Sportlern zu modellieren.

Politik: Gerade die hypnotische Sprache aus dem Milton-Modell hilft Politikern und Politikerinnen, viel zu sagen und dabei wenig Inhalt zu packen. Spezifisch ausgedrückt formulieren sie Sprache so, dass jeder etwas damit anfangen kann. Die rhetorischen Modelle im NLP helfen ihnen in Diskussionen, einen kühlen Kopf zu bewahren und sachlich und gleichzeitig schlagfertig zu reagieren. Außerdem geht es auch in der Politik darum, Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Ein Grundverständnis über menschliche Verhaltensmuster zu haben ist auch in diesem Bereich sicher kein Nachteil.

Medizin: Vor allem in der Anamnese ist es wichtig, in kurzer Zeit möglichst viele Informationen zu bekommen. Außerdem geht es im NLP auch sehr stark um das nonverbale Erkennen von unbewussten Mustern. Geschulte Ärzte können damit präzisere Diagnosen stellen, in kürzerer Zeit alle relevanten Informationen bekommen und gleichzeitig eine gute und vertrauensvolle Verbindung zu den Patienten aufbauen.
Auf persönlicher Ebene kann NLP vielen Ärzten und Ärztinnen helfen, da diese jeden Tag mit teils schweren Schicksalen konfrontiert werden. NLP hilft dabei, sich emotional davon ein Stück weit zu distanzieren und somit Beruf und Privatleben leichter zu trennen.

Die Liste ließe sich auf quasi alle Berufsgruppen fortführen. Die oben genannten Beispiele sollen aber einen groben Überblick über das breite Möglichkeitsspektrum liefern, das NLP zu bieten hat. NLP ist für uns momentan das beste Modell, um menschliche Psycholgie zu verstehen und zu nutzen.

Axiome und Grundannahmen

In derselben Art und Weise, wie die deutsche Schrift gewissen grammatikalischen Regeln und Grundvoraussetzungen unterliegt, richtet sich das Ökosystem Erde und natürlich im größeren Stil auch das gesamte Universum nach einer gewissen „Gesetzgebung“. Diese Art der Voraussetzung findet in jedem System, egal ob Religion, Wissenschaft oder anderen Gebilden, sein Fundament. Auch im NLP gibt es einige Grundfeste, welche dazu beitragen, NLP in seiner Gesamtheit besser zu verstehen und anwenden beziehungsweise erlernen zu können.
Diese Axiome (= Grundannahmen) stellen dabei keine indoktrinierten Glaubenssätze dar, welche unangefochten die einzige Richtigkeit darstellen, und stehen auch im ständigen Abgleich mit den neuesten Erkenntnissen. Das Verinnerlichen und Verstehen dieser Grundannahmen kann ebenso zu einer Ausprägung einer gewissen Toleranz führen und hat einen beinahe philosophischen Charakter.

In den myNLP-Ausbildungen verwenden wir die für uns acht stimmigsten Vorannahmen, welche nach reiflicher Überlegung eine Aufnahme in das Seminardesign gefunden haben. Diese sind dabei ubiquitär vorhanden und finden immanent in diversen Erzählungen und Geschichten Einzug.

Nun zu den acht Axiomen:

1. Die Landkarte ist nicht das Gebiet, welches sie repräsentiert.

Diese Aussage geht ursprünglich auf Alfred Korzybski zurück, welcher die allgemeine Semantik begründete. Diese ursprünglich etwas anders lautende Aussage wurde dann in weiterer Folge von Gregory Bateson und den späteren Begründern des NLP (Bandler und Grinder) aufgegriffen und weiter verfeinert. Diese Annahme geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Repräsentation der Welt (quasi eine Landkarte der Welt) mit sich trägt.
Diese Landkarte ist jedoch durch viele verschiedene (Wahrnehmungs-)Filter geprägt und daher zwangsläufig nicht ident mit den Landkarten anderer Menschen. Daraus folgt, dass jeder Mensch nur ein Abbild der wahren Realität wahrnimmt und das Empfinden/Erleben und Interpretieren der Welt bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Um Missverständnissen vorzubeugen und auf die gleiche Ebene zu kommen, kann nun ein sogenannter Landkartenabgleich stattfinden, welcher dazu dient, einen Blick in die Welt des anderen zu erhaschen, um somit auch die Perspektive des anderen einnehmen zu können.

2. Das flexibelste Element eines Systems steuert das System.

Dieses Axiom zielt auf die Flexibilität in der zwischenmenschlichen Kommunikation ab, kann aber synonym auch in anderen Kontexten gesehen werden. Die Kernaussage besteht darin, dass die Flexibilität in der zwischenmenschlichen Kommunikation einen große Stellenwert besitzt, da mitunter ein rasches Umdenken und Neuinterpretieren von brenzligen Situationen möglich wird. Ein klassisches Beispiel wäre ein fix voreingestellter Programmablauf.

Dieser funktioniert so lange ausgezeichnet, so lange der Input exakt den Vorgaben entspricht. Weicht der Input davon jedoch ab, so kommt es zwangsläufig zu Behinderungen. Ebenso verhält es sich bei Gesprächen zwischen zwei Individuen. Hier kann beobachtet werden, dass ein Gespräch, in welchem beide Partner in einem ganz gewissen Muster festgefahren sind, nicht zu einer produktiven Lösung finden können. Auch in der Psychotherapie gilt dieses Dogma, da in erweiterter Anlehnung an dieses Axiom auch die folgende Vorannahme gilt:

3. Widerstand in der Kommunikation ist durch die mangelnde Flexibilität des Anwenders begründet.

Diese Grundannahme wird einerseits dadurch erhärtet, dass Kommunikation sehr ungenau ist (siehe Meta-Modell). Häufig sind also auch Missverständnisse aufgrund einer Diskrepanz zwischen der Bedeutung einer Botschaft, wie sie der Empfänger aufnimmt, und der Bedeutung, welche der Sender ihr geben möchte. Einerseits können eine geschulte Wahrnehmung und der flexible Umgang mit Sprache (siehe Rapport) dazu beitragen, dass diese Diskrepanzen aufgehoben oder zumindest vermindert werden (ein Beispiel wäre das Aussprechen von Ich-Botschaften in Konfliktsituationen).

4. Alle Ressourcen, welche zur Veränderung benötigt werden, trägst du bereits in dir.

Diese Annahme, welche sich unter anderem in der (medizinischen) Hypnose wiederfindet (Beispiel Schmerztherapie ohne jegliche Medikation), sagt jedem Menschen die Möglichkeit zu, gewünschte Veränderungen zu vollziehen. Die größten Erfolgsgeschichten bekannter Persönlichkeiten (Richard Branson, Nelson Mandela, Arnold Schwarzenegger, André Agassi, Tony Robbins etc.) berichten in dieser Hinsicht erstaunlich ähnliche Erfahrungen: Sie alle waren davon überzeugt, Großes leisten zu können, und besaßen die Fähigkeit, ihre Zukunft und die gewünschten Veränderungen so realitätsnahe wie möglich zu visualisieren. Diese Annahme beruht auf der Definition des Unterbewussten nach Milton Erickson, der das Unterbewusstsein als „unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung“ (im Kontext der klinischen Hypnose) tituliert.

5. Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.

Diese Annahme besagt, dass ein Mensch hinter jedem Verhalten, welches er an den Tag legt, in irgendeiner Art und Weise eine positive Absicht verfolgt, auch wenn diese nur ihm selbst gilt. Ferner könnte man sagen, dass mit jedem Verhalten irgendein Bedürfnis befriedigt wird, selbst wenn diese Handlung keine augenscheinlich positive Absicht hat. Das vollständige Erfassen hinter dieser Annahme führt daher zu einem Umdenken in der Bewertung von Handlungen anderer. So wird irrationales Verhalten anderer, welches emotional negativ bewertet wird, in dem Augenblick nachvollziehbar (nicht gerechtfertigt!) und kann die negativen Empfindungen dämpfen oder gar aufheben. In weiterer Folge wird man durch diese Aussage dazu angehalten, sich in die andere Person hineinzuversetzen und die erfolgten Handlungen besser zu verstehen.

6. Jedes Verhalten macht in irgendeinem Kontext Sinn.

Diese Grundannahme ist angelehnt an das vorangegangene Axiom. Hierbei wird davon ausgegangen, dass jedes Verhalten in dem geeigneten Kontext Sinn macht, da jedes Verhalten auf gewissen Grundfesten (und einer positiven Absicht) beruht. Ein ineffizientes Verhalten kann beispielsweise in der Arbeit wenig sinnvoll sein, andererseits bei der Ideenfindung (kreativer Prozess) durchaus Sinn machen (siehe Kontext- und Bedeutungsreframing).

7. Es gibt keine Fehler, es gibt nur Feedback.

Die Bedeutung des Wortes „Feedback“ hat in der Regel einen neutralen Charakter, während das Wort „Fehler“ in unserem Sprachgebrauch meistens negativ behaftet ist. Die Annahme, das Wort Fehler durch das Wort Feedback zu ersetzen, regt daher dazu an, die jeweilige Situation anders zu interpretieren. Diese Art des Reframings (siehe Kapitel Reframing) führt daher zu einem offeneren Umgang mit dem Resultat. Während der Fehler eher aversiv betrachtet wird und zu einer Vermeidungsstrategie führt (diese ist ja per se problemorientiert), lädt Feedback dazu ein, den Prozess zu optimieren und erlaubt eine objektivere Betrachtungsweise des Resultats. Letztendlich ist „Feedback“ daher einladender zu reflektieren, ohne sich dabei schlecht fühlen zu müssen.

8. Wenn etwas nicht funktioniert, tue etwas anderes.

„Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und ein anderes Resultat zu erwarten!“ Dieses bekannte Zitat von Albert Einstein trifft die Bedeutung dieser Vorannahme sehr gut. Leider neigen die meisten Menschen dazu, den Weg des geringsten Aufwands und der Vertrautheit zu gehen. Dabei werden oftmals dieselben Muster und Handlungsschleifen bedient. Da diese Schleifen als vertraut erlebt werden, bietet sich diesen Menschen oftmals nicht die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren, selbst wenn das gewünschte Resultat nicht zu erreichen ist. Ein wichtiger Aspekt dieses Axioms besteht auch in der impliziten Aufforderung, die eigenen Muster und Verhaltensweisen zu reflektieren (wahrzunehmen). Schließlich setzt eine Veränderung natürlich voraus, dass ein nicht zielführendes (Verhaltens-)Muster als solches überhaupt erkannt wird.

Ich hoffe, dir mit diesem Artikel einen guten Einblick in die Welt des NLP gegeben zu haben. Wenn du Fragen kannst du mich jederzeit erreichen.

Alles Liebe,

Mario

Titelfoto: Photo by frank mckenna on Unsplash

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Kommentare

Über den Autor

Mario Grabner, MSc, MA

Mario Grabner, MSc, MA

Wirtschaftspsychologie & Management

Mario Grabner ist Wirtschaftspsychologe, Unternehmer und Gründer von myNLP. Als einziger NLP-Trainer in Österreich und Deutschland, wurde er von beiden NLP-Gründern, John Grinder und Richard Bandler, persönlich zum NLP-Trainer ausgebildet.

MyNLP ist eines von zwei Instituten weltweit, das mit dem NLP Gründer John Grinder persönlich zusammenarbeitet und gemeinsame Seminare veranstaltet. Das ist eine große Ehre und darauf sind wir sehr stolz.

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