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Konflikt am Arbeitsplatz [2/2]: 3 Tipps für ein entspanntes Miteinander

Mediation, Konfliktmanagement

Stell dir vor, du kommst morgens ins Büro und anstatt eines guten Kaffeedufts wirst du von angespannter Stimmung und knisternder Luft begrüßt.

Konflikte am Arbeitsplatz sind leider keine Seltenheit und können das Betriebsklima erheblich beeinträchtigen. Sie sind nicht nur unangenehm, sondern können auch deine Produktivität und die allgemeine Arbeitszufriedenheit negativ beeinflussen. 

Natürlich gibt es Strategien, genau diese Situationen zu vermeiden und stattdessen ein entspanntes Miteinander zu fördern.

Genau darum geht es in der Arbeits-Mediation: Wir schauen uns Konflikte genau an und versuchen gemeinsam, die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden. 

In meiner Erfahrung aus 4 Jahren Mediation und zahlreichen erfolgreichen Lösungsfindungen habe ich ein paar Dinge gelernt, die du  tun kannst, um Konflikten vorzubeugen. 

Möchtest du mehr zum Umgang mit Konflikten als Teamleader oder Führungskraft wissen? Dann lies hier weiter: Konflikt am Arbeitsplatz: Führungsstrategien für ein harmonisches Team

Im folgenden Artikel teile ich meine drei Top-Tipps mit dir, wie du als Einzelperson konstruktiv mit Konflikten am Arbeitsplatz umgehen kannst.

Und dabei meine ich wirklich “umgehen”, nicht vermeiden! Denn wenn du deine Konflikte erkennst und proaktiv angehst, dann können sie der größte Lehrmeister für dein Leben sein. 

Mediation bedeutet, Konflikte gut aufzulösen und das zugrundeliegende Thema nicht zu ignorieren.

Egal, ob du Teil der Geschäftsführung, der Personalabteilung oder einfach ein Teammitglied bist – die folgenden Tipps sind für jeden gedacht, der Wert auf ein gutes Miteinander legt.

Wie kommt es zum Konflikt am Arbeitsplatz?

Wahrscheinlich warst du auch schon das eine oder andere Mal in einen Konflikt am Arbeitsplatz verwickelt – oder du hattest Unstimmigkeiten mit deinen Projektpartner:innen.

Das ist keine Seltenheit. Wenn Menschen eng zusammenarbeiten, treffen viele unterschiedliche Meinungen aufeinander. Das kann zu Spannungen führen.

Die meisten Konflikte entstehen jedoch oft aus Missverständnissen und mangelnder Kommunikation. In vielen Fällen ist es nicht das Was, sondern das Wie der Kommunikation, das zu Unstimmigkeiten führt.

Stell dir vor, eine Nachricht wird flüchtig per E-Mail verschickt, ohne den Ton und die nonverbalen Signale, die in einem persönlichen Gespräch Klarheit schaffen könnten. Schnell kann der Empfänger oder die Empfängerin die Intention falsch deuten, was zu Verwirrung und Frustration führt.

Hinzu kommt, dass wir uns in stressigen Arbeitsumgebungen oft wenig Zeit für ausführliche Erklärungen nehmen, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen steigt.

Ein weiterer häufiger Grund für Konflikte am Arbeitsplatz ist das Verschweigen der eigenen Emotionen. Oft trauen wir uns nicht, Kritik einfach anzusprechen und in den meisten Firmen fehlt dafür der Raum.

So stauen sich kleine Unannehmlichkeiten auf und können zu größeren Konflikten heranwachsen. 

Ebenso führt das Fehlen von klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten oft zu Überschneidungen und Konkurrenzdenken unter Kolleg:innen, was die Kommunikation weiter erschwert. Du glaubst gar nicht, wie oft ich dieses Problem bereits mit Firmen in Mediationen ausgearbeitet habe!

Möchtest du effektiver mit deinen Konflikten umgehen, solltest du dich mit einfachen Gesprächs-Mustern beschäftigen. Offene, klare und vor allem wertschätzende Kommunikation ist immer das Geheimnis für gelungene Kommunikation.

Aber wie geht das?

Atme tief durch!

Mein erster und wahrscheinlich bester Tipp für dich ist dieser:

Bevor du in einer hitzigen Situation unüberlegt reagierst, nimm dir einen Moment Zeit, tief durchzuatmen.

Ich gebe diesen Tipp oft und er ist ja auch absolut logisch – aber man vergisst so leicht darauf, wenn man gerade in der Emotion ist.

Dieser einfache, aber effektive Tipp kann oft den Unterschied zwischen einer überstürzten und einer durchdachten Antwort ausmachen. Eine bewusste Atempause gibt dir die Chance, deine Gedanken zu sammeln und deine Emotionen zu beruhigen.

So verhinderst du, dass du etwas sagst oder tust, was du später bereuen könntest. Diese kleine Auszeit ermöglicht es dir, mit mehr Gelassenheit und Überlegung zu agieren.

Außerdem fördert das kurze Durchatmen das gegenseitige Verständnis und die Empathie in Gesprächen. Indem du dir Zeit nimmst, bevor du unbedacht reagierst, zeigst du nicht nur Respekt für dein Gegenüber, sondern auch für den Prozess der Kommunikation selbst.

Es signalisiert, dass du daran interessiert bist, zu einer Lösung beizutragen, die für alle Beteiligten vorteilhaft ist. 

Nimm dir eine Pause!

Manchmal fühlen wir uns gedrängt, sofort zu reagieren, besonders in Konfliktsituationen. Wenn die kurze Atempause sich für dich zu kurz anfühlt, hast du immer noch andere Möglichkeiten. Denn du musst in Gesprächen nicht sofort reagieren! 

Es ist vollkommen in Ordnung, sich einen Moment Zeit zu nehmen. Sogar wenn das bedeutet, eine Nacht darüber zu schlafen oder kurz den Raum zu verlassen, um sich frisches Wasser ins Gesicht zu spritzen.

Zugegeben, wenn die Person vor dir steht, ist es etwas schwer, gar nicht zu reagieren. 

Aber du kannst sie bitten, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt oder am nächsten Tag fortzusetzen: “Ich schätze wirklich, dass wir dieses Gespräch führen, aber ich merke, dass ich etwas Zeit brauche, um meine Gedanken zu ordnen und darauf angemessen reagieren zu können.

Könnten wir vielleicht morgen oder später noch einmal darüber sprechen? Ich möchte sicherstellen, dass ich offen und fair in unserer Diskussion bin.”

Einfacher ist es, wenn die Konversation schriftlich stattfindet. Um die Person nicht in der Luft hängen zu lassen, kannst du ihr einfach eine kurze Nachricht senden: “Ich antworte darauf später/morgen.”

Das ist auch eine bewusste Art, Grenzen zu ziehen. 

Diese kurze Unterbrechung kann helfen, die Situation aus einer neuen Perspektive zu betrachten und nicht aus einem impulsiven Gefühlszustand heraus zu handeln. Solche Pausen wirken aus meiner Erfahrung immer wieder Wunder, um emotional aufgeladene Situationen zu entschärfen.

Hinterfrage die eigentliche Intention!

Wenn du im Gespräch bleibst und dich auf eine gewisse Art und Weise angegriffen oder ungerechtfertigt behandelt fühlst, kannst du auch ganz einfach Sleight of Mouth-Muster nutzen: Hinterfrage die Intention deines Gegenübers. 

Du kannst dafür folgende Fragen nutzen: Was ist die Intention deiner Aussage (oder ggf. Frage)? Was hast du damit gemeint? 

oder auch: Hey, reden wir vielleicht gerade aneinander vorbei?

Denn wie schon in der Einleitung gesagt, sind es sehr oft Missverständnisse oder unklare Kommunikation, die zu Konflikten am Arbeitsplatz führen. Das sehe ich immer wieder – nicht nur in Beziehungen, sondern eben auch am Arbeitsplatz oder in Gerichtsverhandlungen. 

Bedenke: Nicht jede:r kennt das Meta-Modell und ist ausgebildete:r NLP-Profi! 😉

Indem du nachfragst, was die andere Person wirklich meint oder erreichen wollte, öffnest du einen Raum für Dialog und Verständnis. Diese Herangehensweise kann viele Konflikte bereits im Keim ersticken, indem sie Klarheit schafft und zeigt, dass du an einer Lösung interessiert bist und die andere Person wirklich verstehen möchtest.

Konflikte am Arbeitsplatz sind nicht einfach…

… aber sie können so heilsam sein!

Außerdem werden sie immer einfacher, wenn du weißt, wie du für dich angenehm damit umgehen kannst. 🙂

In meiner Arbeit als Coach und Mediator habe ich bei keinem anderen Tool diesen Wirkungsgrad gesehen, der herbeigeführt wird, wenn man die eigenen Konflikte proaktiv angeht.

Falls du dich jetzt gerne intensiver mit dem Thema Mediation und Konfliktmanagement beschäftigen möchtest, lege ich dir sehr die Ausbildung zum/zur Zert. Mediator:in ans Herz.

Ich habe diese Ausbildung ins Leben gerufen, um dir die Leichtigkeit und die spielerische Herangehensweise an deine Probleme und die des Lebens näherzubringen – und, damit du danach auch andere dabei unterstützen kannst, konstruktiv mit ihren Konflikten umzugehen. 

Bis dahin wünsche ich dir ein erfolgreiches Konflikte-Lösen!

Alles Liebe,

Paul Schindler

myNLP Team

Die Redaktion von myNLP besteht ausschließlich aus NLP LehrtrainerInnen, ausgebildet von Dr. John Grinder (ITANLP), die wertvolle Inhalte auf dem Blog von myNLP veröffentlichen. Zu den Redakteuren zählen auch die beiden Gründer von myNLP, Mario Grabner und Patrik Shnawa.
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