Wahrnehmung

von | Januar 24, 2018

Unsere fünf Sinnesorgane sind die einzige Schnittstelle mit der Außenwelt, daher ist die Arbeit mit diesen ein wesentlicher Teil im NLP.

Die bewusste Wahrnehmung ist sehr limitiert, daher ist das Verstehen und Erweitern dieser eine wichtige Voraussetzung, um eigene und fremde Verhaltens- und Denkmuster zu erkennen und darauf Einfluss nehmen zu können.

Dabei wird zwischen objektiver (von außen wahrnehmbar und messbar) und subjektiver (Repräsentation von Eindrücken und Empfindungen) Sinnesphysiologie unterschieden. Weiters lässt sich noch die Grenze zwischen rein sensorischer (tatsächlich durch die Sinnesorgane aufgenommene Reize) und perzeptueller (durch vergangene Eindrücke interpretiert oder impliziert) Wahrnehmung ziehen.

Um das zu veranschaulichen, ein Beispiel anhand des visuellen Sinnes:

Wenn wir beispielsweise einen Apfel sehen, wird auf der Netzhaut ein zweidimensionales Bild abgebildet. Unser Gehirn errechnet dieses als dreidimensionales Bild, und da wir vorher schon einen Apfel gesehen haben, wurden typische Merkmale im Gehirn abgespeichert und mit dem neuen Bild in Verbindung gebracht. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass nur 30 Prozent des Bildes, welches wir wahrnehmen, nur von den Augen wahrgenommen wird – den Rest interpretiert unser Gehirn.

Ein Großteil der Eindrücke, die wir wahrnehmen, läuft also durch Wahrnehmungsfilter. Diese werden durch unsere Erfahrungen, Glaubenssätze und innere Einstellung geprägt und sind meist unbewusst. Der größte Teil dieser Filter ist unser bewusster Verstand. Wir wären überfordert, würden wir alle Informationen, die uns durch unsere Sinne mitgeteilt werden, tatsächlich so erleben, wie sie sind. Daraus folgt, dass wir einen sehr subjektiven Eindruck der Realität haben. Dies erklärt im weiteren Sinne auch zwischenmenschliche Differenzen.

Darauf basiert auch eine der Grundannahmen im NLP:

„Die Landkarte ist nicht das Gebiet, das sie repräsentiert.“

Dies soll uns vor Augen führen, dass jeder Mensch eine unterschiedliche „Landkarte“ haben kann und Kommunikation ungenau ist.

Die Erweiterung „Die Landkarte macht das Gebiet“ zeigt uns, dass wir durch unsere Werte und Erfahrungen gemeinsame subjektive Realitäten schaffen können.

VAKOG

Wir erleben die Welt durch fünf Sinneskanäle:

  •      Visuell
  •      Auditiv
  •      Kinästhetisch
  •      Olfaktorisch
  •      Gustatorisch

Daraus ergibt sich das VAKOG-Modell.

Mit diesem Modell gewinnen wir einen besseren Einblick in unseren Denkprozess.

Wie wir unsere Repräsentationssysteme nutzen, lässt sich durch einfache Fragen feststellen.

Wie denken wir beispielsweise an unseren letzten Urlaub? Sehen wir ein Bild, einen Film? Hören wir die Geräusche? Oder ist einfach nur ein angenehmes Gefühl im Vordergrund?

Dies ist bei jedem Menschen unterschiedlich, und meist dominiert eines der Repräsentationssysteme. Es gibt auch Mischtypen, bei denen 2 oder 3 Kanäle gleich dominant sind, meist lässt sich allerdings klar ein Hauptrepräsentationssystem ausmachen.

Das wird auch in der alltäglichen Sprache deutlich.

Im visuellen Kanal wird dies durch Worte wie „sehen, schauen, fokussieren, sich bildlich vorstellen, sich ausmalen, visualisieren“ ausgedrückt.

Im auditiven Kanal dagegen werden Worte wie „etwas klingt gut, melodisch, harmonisch, rhythmisch, ich bin ganz Ohr, rauschend“ benutzt.

Kinästhetische Worte sind „sich anfühlen, drückend, vibrieren, spüren, handhaben“.

Die Repräsentationssysteme „olfaktorisch“ und „gustatorisch“ werden meist eher situationsbedingt genutzt.

Olfaktorische Worte sind hier „dufte, das riecht nach …, Spürnase, anrüchig, die Nase rümpfen“, gustatorische sind „Geschmack beweisen, schmackhaft, geschmackvoll, Gaumenfreude“.

Durch die aktive Nutzung unserer Repräsentationssysteme können wir vergangene Momente mental wieder erleben. Zwischen Vorstellung und Realität ist neurophysiologisch kaum ein Unterschied. Dies machen sich Sportler schon lange zunutze, um mithilfe von Visualisierungstechniken ihre Leistung zu verbessern.

Unsere Erinnerungen können somit unseren Körper beeinflussen.

Stell dir beispielsweise vor, du beißt in eine saure saftige Zitrone. Du wirst sehen, dass dein Speichelfluss angeregt wird, sich vielleicht sogar bei der Vorstellung der Säure deine Mimik verändert – alleine durch die Vorstellung.

Submodalitäten

Die Submodalitäten stellen Unterformen der Repräsentationssysteme (unsere Sinne) dar. Die Gründerväter des NLP stellten durch Beobachtungen fest, dass Erinnerungen und Gedanken in Submodalitäten „kodiert“ werden können.

Dabei ist ihnen aufgefallen, dass positiv (angenehm, freudig) empfundene Erinnerungen und Gedanken ein unterschiedliches Muster an Submodalitäten aufweisen als solche, die negativ (unangenehm, schmerzhaft) empfunden werden.

Für die emotionale Bewertung ist also die „Beschaffenheit“ des Eindrucks wichtiger als der Inhalt.

Zur Verdeutlichung ein Beispiel:

Erinnere dich an das letzte Streitgespräch mit einer Person. Du wirst wahrscheinlich ein angespanntes und unangenehmes Gefühl verspüren.

Stell dir jetzt die Stimme deines Gegenübers vor und lasse sie immer schneller und höher werden (wie Mickymaus). Nun wird es dir schon schwerer fallen, die Situation genauso unangenehm zu empfinden wie zu Beginn.

Durch diese Erkenntnis ergibt sich eine vorteilhafte Möglichkeit, um Erinnerungen und Eindrücke neu zu „kodieren“.

Im Rahmen der persönlichen Weiterentwicklung ist die Submodalitätenarbeit die Grundlage für die meisten gängigen Formate und Modelle. Auch Motivations- und Erfolgsstrategien können so „modelliert“ und an die jeweilige Situation angepasst werden.

Teilnehmerstimmen

Durch Übungen und Skripten können wir sehr viel anwenden in der Praxis. Perfekte Location um sich zu konzentrieren. Die Seminarqualität ist unbeschreiblich, denn Inhalte wurden extrem viele behandelt und angewendet, gleichzeitig waren die Tage extrem schnell vorbei. Ich war schon auf 1-tätgigen Seminaren, die mir länger vorkamen als der 8-tägige Practitioner!

- Franz-Josef S.

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