Geschichte der Hypnose

von | Januar 24, 2018

Hypnose wurde bereits seit vielen Jahrhunderten praktiziert, die ersten Aufzeichnungen reichen dabei bis ins alte Ägypten (1550 v. Christus) zurück. Auch aus dem antiken Griechenland gibt es Hinweise auf Hypnose-ähnliche Rituale in Form von „Traumheilungen“. Auch lassen sich von Ritualen diverser indigener Völker bereits Formen der Hypnose und Selbsthypnose ableiten (Meditationen,

Schamanistische Kulte, etc.).

Die erste wissenschaftliche Aufarbeitung und Dokumentation der Hypnose begann bei Franz Anton Messmer (1734 – 1815), welcher mit Magneten arbeitete und Hypnose für ein magnetisches Phänomen („Magnetismus animalis“) hielt. Aus dieser Zeit stammte auch der Terminus „mesmerisieren“ (engl. „Mesmerize“). Das Phänomen Hypnose begleitete aber auch Generationen von Wissenschaftlern

und Medizinern nach Messmer. So wurde der Begriff „Hypnose“ (abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafes „Hypnos“) durch den britischen Augenarzt James Braid (um 1843) eingeführt. Der Name sollte als Hinweis darauf dienen, dass Hypnose einen „schlafähnlichen“ Zustand hervorrufen.

Im 20. Jahrhundert experimentierte auch Sigmund Freud für einen Zeitraum mit Hypnose, welche er zuvor bei Jean-Martin Charcot in Paris kennen gelernt hatte und behandelte neurotische Patienten mit Trance und Suggestionen. Später wandte er sich wieder von der Hypnose ab und entwickelte eine alternative Methode um in das Unterbewusste seiner Patienten vorzudringen (freies Assoziieren, Traumdeutung).

Im weiteren Verlauf gab es einen Psychiater und Psychotherapeuten aus Phoenix in Arizona namens Milton H. Erickson. Er gilt als einer der Begründer der modernen Hypnosetherapie und hatte eine Vielzahl namhafter Schüler, die seine Methode bis heute weiterentwickeln. Sein Verständnis des Unterbewusstseins und seine Haltung gegenüber Krankheiten ließen ihn einen ganzheitlichen Ansatz entwickeln. So verstand er Fehlhaltungen und Fehlfunktionen als Möglichkeiten Änderungen mittels Hypnose und Suggestionen herbeizuführen.

Sein lösungsorientierter Ansatz und die langjährige Erfahrung mit unterschiedlichsten Patienten ließen Erickson als einen der besten (medizinischen) Hypnotiseure in die Geschichte der Hypnose eingehen. Darüber hinaus geht eine Vielzahl der heute bekannten und leicht erlernbaren Methoden und Techniken aus seiner Entwicklung hervor. Unter anderem die Technik des Utilisierens, des Reframings, der Dissoziation und des „Yes-sets“. Außerdem war Erickson aufgrund seiner reichhaltigen Metaphern und der Fähigkeit tiefe Trancezustände über Geschichten herzurufen bekannt.

Heute verstehen wir unter der Hypnose das Herbeiführen eines veränderten Bewusstseinszustandes, um eine damit einhergehende zielgerichtete Intervention (mithilfe von unterschiedlichen Techniken) zu setzen. Diese Interventionen können einen rein präventiven oder „Wellness“-Aspekt haben, wie es beispielsweise bei klassischen Entspannungstrancen oder Motivationstrancen und Traumreisen etc. der Fall ist, oder aber bis hin in den medizinischen Kontext hineingehen, wo auch schwerwiegende Erkrankungen mit Hypnose behandelt werden können.

Wirkungsweise, Anwendungsgebiete und Gegenanzeigen

Ein zentraler Bestandteil der Hypnose stellt die Verwendung von Suggestionen dar. Das Annehmen von Suggestionen von Seiten des Klienten beruht dabei auf der Qualität der Beziehung zwischen Hypnotiseur und dem Klienten. Wir gehen davon aus, dass Suggestionen gewisse, unbewusste Impulse auslösen können, welche die Qualität der Erfahrung in unterschiedlichen Situationen beeinflussen kann.

Beispielsweise können Suggestionen über die Entspannung von verschiedenen

Muskelgruppen verschiedene visuelle, auditive oder kinästhetische Reaktionen hervorrufen und Schmerzen oder Verkrampfungen lösen. Das Erreichen eines Trancezustandes begünstigt auch die Suggestibilität des Klienten. Die Suggestibilität wird dabei als Fähigkeit verstanden, auf Suggestionen zu reagieren und für diese besonders empfänglich zu sein. Während der Trance ist die Aufmerksamkeit

tendenziell eher auf das eigene Erleben, die Vorstellungskraft und Phantasie (daher

auch der Begriff „Phantasiereisen, Traumreisen“) und den eigenen Körper gerichtet.

Während dieses Prozesses können häufig alternative Verhaltensmuster oder aber kreative Lösungsansätze in Form von unbewussten Impulsen oder Reaktionen generiert werden. Das Einbauen von Suggestionen um diesen Prozess zu unterstützen kann dabei eine wertvolle Intervention darstellen.

Gerade bei der Hypnose ist es also besonders wichtig, sich der Verantwortung in der Arbeit mit Klienten, bewusst zu sein. Es gilt daher gewisse ethische Richtlinien zu achten und einzuhalten. So soll Hypnose ausschließlich zum Wohle des Klienten und zu dessen Benefit eingesetzt werden.

Ein weiterer Grundpfeiler für erfolgreiche Hypnose-Interventionen ist der Aufbau einer guten und wertvollen Vertrauensbasis mit dem Klienten. Das Aufbauen von Rapport und einer gemeinsamen Verbindung ist maßgeblich für die Suggestibilität und auch die Offenheit gegenüber neuer Möglichkeiten und Ressourcen, welche während der Hypnose entdeckt werden können. Dieser Rapport bleibt während der gesamten Sitzung aufrecht und auch während der Trance stets im Fokus des

Hypnotiseurs.

Die Anwendungsgebiete der Hypnose sind also mannigfaltig, da wir mit den unbewussten Ressourcen und Strategien des Klienten arbeiten. Dabei können wir in unterschiedlichen Kontexten auch den Einsatz von Trancephänomenen beobachten. Ein besonders gutes Beispiel wäre hier ein Sportler, Musiker oder Künstler, welcher sich gerade in dem Prozess der letzten Vorbereitungen vor einem Wettkampf/ Konzert/ Vernissage befindet. In diesen Momenten können wir häufig beobachten,

wie sich die Wahrnehmung und der Fokus der jeweiligen Person ändert.

Das Erlernen und Nutzen von Trance als „Ressourcenpool“ kann daher auch abseits dieser Kontexte utilisiert (also nutzbar gemacht) werden. So können beispielsweise subjektiv erlebte „Blockaden“, milde Ängste wie z.B. Prüfungsangst oder Angst vor öffentlichen Präsentationen, aber auch bis hin zu ausgeprägten Phobien oder Panikstörungen behandelt werden. Ein weiterer, heutzutage deutlich unterschätzter Bereich, in welchem Hypnose einen großen Nutzen für die Gesundheit darstellen

kann ist in der Prävention. So können beispielsweise regelmäßige Entspannungstrancen oder auch Selbsthypnose dazu beitragen, Bewältigungsstrategien für Stress und Belastung zu generieren. Ein weiterer Bereich, in welchem es zu einer Förderung der Gesundheit kommt, sind beispielsweise

„Klassiker“ wie Gewichtsabnahme und Raucherentwöhnung, welche auch sehr gut mit Hypnose zu nachhaltigen Effekten und Verhaltensänderungen führen kann. Die Anwendungsgebiete sind also äußerst vielfältig und es gibt nur sehr wenige Kontraindikationen für Hypnose. Generell sollten Menschen mit Persönlichkeitsstörungen wie z.B. Schizophrenie, wenn überhaupt, nur von Experten

mit Psychiatrisch/Psychotherapeutischem Background hypnotisiert werden. Generell lässt sich sagen, dass die Hypnose in Österreich relativ restriktiv als Behandlungs- und Therapiemethode eingestuft wird und daher in diesen Bereichen Ärzten und Psychotherapeuten vorbehalten ist. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist die Anwendung von Hypnose als Anästhesie-Verfahren oder aber zur Linderung von Schmerzen.

Hypnose in der Prävention und zum Beispiel zur Gewichtsabnahme oder Raucherentwöhnung dürfen auch von nicht-medizinischem Personal durchgeführt und angeboten werden. Weitere Anwendungsgebiete wären hier auch; Prüfungsvorbereitung, Präsentationsvorbereitung, Zielfindung, Motivations-

und Entspannungsarbeit, Verhaltensänderung jeglicher Art, etc.

Teilnehmerstimmen

Sehr gute Aufteilung zwischen Inhalten, Übungen und Pausen; Die Woche ist wie im Flug vergangen.

- Dr. Verena M.

Referenzen

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