Meta-Modell

von | Januar 24, 2018

Das Metamodell ist ein Modell der Sprache. Wir kommunizieren sowohl mit uns selbst (Bewusstsein) als auch miteinander unter Einsatz von Sprache. Dabei werden Erlebnisse und Erfahrungen durch das Sprechen gekürzt. Durch das Metamodell können wir unsere „Wirklichkeit“ oder Sichtweise erweitern.

Seinen Ursprung hat das Metamodell bei Alfred Korzybski und Noam Chomsky. Korzybski entwickelte das Sprachmodell Neuro Linguistic Training, welches darauf beruht, dass die zwei Formen des Verbes „sein“ („sein“ der Identität und „sein“ der Aussage) strukturelle Probleme hervorrufen. Auf diese Beobachtungen bezogen definierte Chomsky das Modell der Transformationsgrammatik.

Mithilfe dieses Modells versuchten John Grinder und Richard Bandler Sprachmuster herauszufinden, welche von Therapeuten erfolgreich genutzt wurden.

Das Metamodell beschreibt also Sprachmuster, bei denen wir uns gezielt auf die Gestaltungsprozesse sensibilisieren. Damit können wir sowohl unsere eigene Sichtweise als auch die unseres Gegenübers besser verstehen und erweitern.

Sprachlich teilen wir immer nur eine verkürzte Darstellung unseres inneren Erlebens mit.

Die vollständige sprachliche Repräsentation dessen, was kommuniziert werden sollte, wird als Tiefenstruktur bezeichnet. Mithilfe der Gestaltungsprozesse (Generalisierung, Tilgung und Verzerrung) erfolgt die geeignete Verarbeitung (Transformation) und kommt anschließend in der kommunizierten Sprache, der Oberflächenstruktur, zum Ausdruck.

Der Empfänger verfügt über einen anderen Erlebnishintergrund als der Sender, daher kommt es bei der Rückübersetzung von Oberflächenstruktur zu Tiefenstruktur oft zu interpretatorischen Missverständnissen.

Die Kommunizierenden sind sich dessen meist gar nicht bewusst, erst wenn es zu Missverständnissen kommt, merkt man, dass man aneinander vorbeigeredet hat.

Das Metamodell besteht aus Gruppen der Wohlgeformtheitsverletzungen und Fragen. Mit den Metamodellfragen kann man aus der Oberflächenstruktur mehr über die Tiefenstruktur erfahren, also Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen bewusst und rückgängig machen. Dadurch erhält man mehr Klarheit im Gespräch.

Die sprachlichen Konstruktionen, welche mit dem Metamodell hinterfragt werden können, werden aufgeteilt in:

  •      Tilgungen
  •      Generalisierungen
  •      Verzerrungen

 

Tilgungen

Bei Tilgungen werden wichtige Informationen verschwiegen, ausgelassen und sind unvollständig.

Einfache Tilgungen

Hier fehlen Informationen in der Aussage.

Beispiel: Ich freue mich.

Frage: Worüber freust du dich?

 

Unspezifisches Verb

Hier sind die Verben unspezifisch – sie beschreiben das Geschehene nur sehr allgemein. Der Empfänger muss die Bedeutung ergänzen beziehungsweise erfragen.

Beispiel: Er geht nach Bremen.

Frage: Was bedeutet für dich gehen? (Für immer oder temporär? Zu Fuß? Mit dem Zug? etc.)

 

Nominalisierungen

Nominalisierungen sind Nomen, welche aus Verben oder Adjektiven gemacht sind und vorgeben, etwas zu bedeuten, obwohl ihre Bedeutung nicht klar ist.

Beispiel: Ich bin voller Hoffnung.

Frage: Was bedeutet für dich Hoffnung?

 

Vergleichstilgung

Hier muss der Empfänger zuerst den Vergleichswert herausfinden, um dem Inhalt die richtige Bedeutung zu geben.

Beispiel: Das Kleid ist teuer.

Frage: Teuer, im Vergleich zu was?

 

Generalisierungen

Hier wird mit einem Beispiel oder Wort verallgemeinert. Dadurch schränken wir uns selbst ein, Ausnahmen werden nicht erkannt.

 

Universelle Mengenangaben

Eigene Erfahrungen werden in immer geltende Regeln übersetzt.

Es werden Wörter wie alle, jeder, niemand, keiner, immer, nie benutzt.

Beispiel: Alle starren mich an.

Frage: Wirklich alle?

 

Verlorener Sprecher

Wirkt wie eine allgemein gültige Aussage. Der Urheber der Aussage wird verschleiert.

Beispiel: Das macht man nicht.

Frage: Wer sagt das?

Beispiel: Studien belegen, dass ….

Frage: Welche Studien genau? Woher stammen die Studien?

 

Fehlender Bezug

Der Bezug zur Einzelerfahrung fehlt. Es wird weggelassen, worauf sich die Aussage bezieht, und dadurch wird die Aussage selbst unkonkret.

Beispiel: Das macht man nicht.

Frage: Was macht man nicht? Was meinst du mit „das“?

Du siehst, dass wir hier beim selben Satz „Das macht man nicht“ einmal den verlorenen Sprecher hinterfragt haben und einmal den fehlenden Bezug. Je nachdem, welches Sprachmuster du hinterfragst, wirst du eine andere Antwort bekommen. Oftmals kann es also vorkommen, dass in einem Satz mehrere Metamodell-Verletzungen stecken. Die Kunst dabei ist, genau die Fragen zu stellen, die schlussendlich zum Erfolg führen.

 

Modaloperatoren

  •      der Möglichkeit: können, dürfen, sollen etc.
  •      der Unmöglichkeit: nicht können, nicht dürfen, nicht sollen etc.
  •      der Notwendigkeit: es wird etwas als notwendig kommuniziert, ohne die nachfolgenden Konsequenzen anzugeben (sollen, müssen)

Ziel: Da es im NLP immer um Wahlmöglichkeiten geht, ist das Ziel bei den Modaloperatoren, den Gesprächspartner von den Modaloperatoren der Notwendigkeit oder Unmöglichkeit in die Möglichkeit zu führen. Das könnte man folgenderweise machen:

Beispiel: Ich muss jetzt gehen.

Frage: Was passiert, wenn du es nicht tust?

 

Verzerrungen

Erfahrungen und Informationen werden verzerrt, was die Handlungsmöglichkeiten einschränkt und zu unnötigen Problemen führt.

 

Gedankenlesen

Es wird ohne Beweis behauptet, zu wissen, was eine andere Person fühlt oder denkt.

Beispiel: Er sollte wissen, dass ich das nicht mag.

Frage: Woher weißt du das?

 

Ursache – Wirkung

Es wird behauptet, dass X zu Y führt beziehungsweise auslöst.

Ziel: Es geht hier darum, zu erkennen, dass X und Y eigentlich nichts miteinander zu tun haben, aber fälschlicherweise in Verbindung gebracht werden. Ziel ist es jetzt, ein einziges Gegenbeispiel zu finden, bei dem dies nicht der Fall war, und schon ist die gesamte Aussage falsch.

Beispiel: Wenn es regnet, fühle ich mich schlecht.

Frage: Hast du dich schon einmal in deinem Leben gut gefühlt, als es geregnet hat?

 

Komplexe Äquivalenz

Es werden Dinge, die nicht miteinander im Zusammenhang stehen, gleichgesetzt. Das Muster funktioniert ähnlich wie die Ursache-Wirkung, nur wird hier etwas miteinander gleichgesetzt und bei Ursache-Wirkungs-Beziehungen führt das Eine zum Anderen. Mathematisch könnte man folgenden Unterschied ziehen:

Komplexe Äquivalenz: X = Y

Ursache Wirkung: X → Y

Beispiel: Du liebst mich nicht mehr, weil du mich nicht ansiehst, wenn du mit mir sprichst.

Frage: Kann man sich auch lieben, wenn man kurz wegschaut, oder endet dann die Liebe kurz?

 

Vorannahmen

Es wird von etwas ausgegangen, das allerdings nicht ausgesprochen oder bewiesen ist.

Beispiel: Du bist genauso egoistisch wie dein Vater.

Frage: Woher weißt du, dass mein Vater egoistisch ist?

http://nlpportal.org/nlpedia/wiki/Metamodell

Podcast

Teilnehmerstimmen

Das ist mit Worten kaum zu beschreiben, war einfach der Wahnsinn 😉

- Robin, D.

Referenzen

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